Google-Bewertung melden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
So melden Sie eine rechtswidrige Google-Bewertung richtig — mit konkreten Schritten, den richtigen Argumenten und was Sie tun können, wenn Google ablehnt.
Eine Google-Bewertung zu melden klingt einfach — aber die meisten Meldungen werden automatisch abgelehnt. Nicht weil die Bewertung in Ordnung wäre, sondern weil die Meldung zu unspezifisch ist. Diese Anleitung zeigt, wie Sie es richtig machen.
Voraussetzung: Nicht jede Bewertung ist meldbar
Bevor Sie beginnen, eine kurze Einordnung: Google entfernt ausschließlich Bewertungen, die gegen die Google-Richtlinien für Rezensionen verstoßen oder nach deutschem Recht rechtswidrig sind.
Meldbar sind zum Beispiel:
- Bewertungen von Personen, die nie Ihr Kunde waren
- Inhalte mit nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen
- Beleidigungen, Beschimpfungen oder Schmähkritik
- Bewertungen von Mitbewerbern oder auf deren Veranlassung
- Inhalte mit personenbezogenen Daten Dritter (DSGVO-Verstoß)
Nicht meldbar:
- Schlechte Bewertungen, die auf echter Unzufriedenheit beruhen
- Subjektive Meinungen, auch wenn sie übertrieben oder ungerecht wirken
Schritt 1: Bewertung sichern
Machen Sie zunächst einen Screenshot der Bewertung — mit Datum, Bewertername und vollständigem Text. Falls Google die Bewertung irgendwann aus anderen Gründen entfernt oder ändert, haben Sie einen Nachweis.
Schritt 2: Verstoß konkret benennen
Das ist der entscheidende Schritt, den die meisten überspringen. Überlegen Sie genau, welcher Verstoß vorliegt — und formulieren Sie das schriftlich:
| Verstoß | Konkretes Beispiel | |---|---| | Kein Kundenkontakt | „Diese Person ist nicht in unseren Kunden- oder Terminunterlagen auffindbar." | | Falsche Tatsache | „Die Behauptung, dass wir keine Quittung ausstellen, ist falsch — wir sind gesetzlich dazu verpflichtet." | | Beleidigung | „Die Formulierung ‚Betrüger' ist eine strafbare Beleidigung ohne Sachbezug." | | Mitbewerber | „Das Profil hat in den letzten 30 Tagen ausschließlich unsere direkten Konkurrenten bewertet." |
Je konkreter Ihre Begründung, desto höher die Erfolgschance.
Schritt 3: Meldung über Google Maps einreichen
Auf dem Desktop:
- Öffnen Sie Ihren Google-Maps-Eintrag
- Klicken Sie auf die betreffende Bewertung
- Klicken Sie auf die drei Punkte (⋮) neben der Bewertung
- Wählen Sie „Bewertung melden"
- Wählen Sie den passenden Grund und ergänzen Sie Ihre Beschreibung
Im Google Business Profil:
- Melden Sie sich unter business.google.com an
- Gehen Sie zu „Rezensionen"
- Klicken Sie auf die drei Punkte neben der Bewertung
- Wählen Sie „Als unangemessen melden"
Wichtig: Nutzen Sie das Textfeld! Viele überspringen die Freitexteingabe. Tragen Sie dort Ihre konkrete Begründung aus Schritt 2 ein.
Schritt 4: Warten und nachverfolgen
Google bearbeitet Meldungen in der Regel innerhalb von 3 bis 14 Tagen. Sie erhalten meist keine Benachrichtigung — prüfen Sie die Bewertung einfach regelmäßig.
Wird die Bewertung nicht entfernt, bedeutet das nicht automatisch, dass sie in Ordnung ist. Googles Prüfprozess ist stark automatisiert und fehleranfällig.
Schritt 5: Bei Ablehnung — Eskalation
Wenn Google Ihre Meldung ablehnt, gibt es weitere Möglichkeiten:
1. Erneute Meldung mit neuer Begründung Formulieren Sie die Begründung anders oder ergänzen Sie neue Belege. Eine erneute Meldung mit derselben Formulierung bringt meist nichts.
2. Support-Anfrage über das Google Business Profil Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie eine direkte Support-Anfrage stellen — hier haben begründete Fälle bessere Chancen als bei automatisierten Meldungen.
3. Rechtlicher Weg Bei nachweislich rechtswidrigen Bewertungen (Beleidigung, falsche Tatsachen, DSGVO-Verstoß) kann eine anwaltliche Abmahnung an den Verfasser oder eine Unterlassungsklage gegen Google sinnvoll sein. Das ist aufwendig, aber in klaren Fällen wirksam.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Die eigene Meldung lohnt sich immer als erster Schritt. Wenn Google jedoch ablehnt oder die Bewertung besonders schwerwiegend ist, ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Wir haben den Prozess viele Male durchlaufen und wissen, welche Argumente bei Google verfangen — und welche nicht.
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