Bewertungssabotage durch Konkurrenten: Erkennen und vorgehen
Wenn Konkurrenten gezielt schlechte Bewertungen hinterlassen – wie Sie es erkennen, dokumentieren und rechtlich dagegen vorgehen können.
Organisierte Bewertungssabotage durch Wettbewerber ist kein Randphänomen. Sie betrifft Unternehmen aller Größen und Branchen — und sie ist klar rechtswidrig. Dieser Artikel erklärt, wie Sie Konkurrenten-Bewertungen erkennen und was Sie dagegen tun können.
Ist das wirklich ein Konkurrent? So erkennen Sie es
Bevor Sie handeln, brauchen Sie Anhaltspunkte. Einzelne Verdachtsmomente reichen oft nicht aus — aber eine Kombination macht den Fall stark.
Direkte Indizien:
- Der Bewerter ist auf LinkedIn, XING oder im Impressum einer Konkurrenzfirma auffindbar
- Dasselbe Konto hat auch andere Mitbewerber bewertet
- Die Formulierung klingt unnatürlich informiert über interne Abläufe oder Preise
Muster-Indizien:
- Mehrere ähnliche Bewertungen innerhalb kurzer Zeit
- Auffällig ähnlicher Schreibstil oder dieselben Formulierungen
- Neue Profile ohne Bewertungshistorie, die nur Ihr Unternehmen bewertet haben
Timing-Indizien:
- Die Negativbewertungen häufen sich direkt nach einem Wettbewerbs-Event, Preisänderung oder dem Start eines neuen Angebots
Was ist rechtlich möglich?
Verstoß gegen Googles Richtlinien
Google verbietet Bewertungen von Personen mit Interessenkonflikten explizit. Das schließt Konkurrenten ein. Dieser Weg ist oft der schnellste.
Wettbewerbsrechtliche Abmahnung (UWG)
Gezielte Falschbewertungen durch Konkurrenten können einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) darstellen. Konkret relevant:
- § 4 Nr. 1 UWG: Herabsetzung von Mitbewerbern
- § 4 Nr. 2 UWG: Anschwärzung (unwahre Tatsachenbehauptungen über Mitbewerber)
Eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung kann zur Unterlassung verpflichten und Schadensersatzansprüche begründen.
Strafrechtliche Möglichkeiten
Bei nachweislichen Falschbehauptungen ist auch eine Strafanzeige wegen Verleumdung (§ 187 StGB) möglich. Das setzt aber voraus, dass der Täter identifizierbar ist.
Wie Sie den Fall dokumentieren
Gute Dokumentation ist entscheidend — sowohl für den Google-Löschantrag als auch für rechtliche Schritte.
Was Sie sichern sollten:
- Screenshot der Bewertung mit Zeitstempel (sofort, bevor sie ggf. gelöscht wird)
- Profil des Bewerters (öffentlich sichtbare Informationen)
- Verlinkungen zu Konkurrenzunternehmen (falls auffindbar)
- Zeitlicher Kontext (wann wurde die Bewertung hinterlassen, was ist zeitgleich passiert?)
Wo Sie suchen können:
- Google-Profil des Bewerters: Welche anderen Bewertungen hat er hinterlassen?
- LinkedIn/XING: Ist der Name einem Unternehmen zuzuordnen?
- Das Impressum der Konkurrenz: Stimmen Namen überein?
Was wir für Sie tun können
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Konkurrenten gezielt Bewertungen hinterlassen, gehen wir strukturiert vor:
- Analyse der verdächtigen Bewertungen auf Muster und Indizien
- Dokumentation für den Löschantrag bei Google
- Antrag mit Interessenkonflikt-Begründung — das ist die präzise Richtlinienkategorie
- Einschätzung, ob ein wettbewerbsrechtlicher Weg zusätzlich sinnvoll ist
Wie immer: Sie zahlen nur, wenn die Bewertung tatsächlich entfernt wird.
Fazit
Bewertungssabotage durch Konkurrenten ist ärgerlich, aber kein rechtloses Feld. Google bietet mit den Interessenkonflikt-Richtlinien eine klare Handhabe — vorausgesetzt, Sie können den Zusammenhang plausibel machen. Gute Dokumentation ist der Schlüssel.
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