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Ratgeber01. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit

Wettbewerber hinterlässt Fake-Bewertungen: So gehen Sie vor

Wenn die Konkurrenz gezielt schlechte Google-Bewertungen platziert, ist das ein rechtlicher Verstoß — und mit der richtigen Strategie bekämpfbar. Alle Schritte im Überblick.

Koordinierte Angriffe durch Wettbewerber gehören zu den häufigsten Ursachen für plötzlich auftauchende 1-Stern-Bewertungen. Mehrere Negativbewertungen in kurzer Zeit, von Profilen ohne erkennbaren Kundenkontakt — das ist kein Zufall. Was können Sie tun?

Woran erkennt man Wettbewerber-Angriffe?

Nicht jede schlechte Bewertung ist ein koordinierter Angriff. Typische Merkmale, die auf gezielte Manipulation hindeuten:

Zeitliches Muster: Mehrere 1-Stern-Bewertungen tauchen innerhalb weniger Stunden oder Tage auf — oft nach einem identifizierbaren Ereignis (Produktlaunch, Streit, Preissenkung).

Verdächtige Profile:

  • Neu erstellt, oft nur wenige Tage alt
  • Keine anderen Google-Aktivitäten
  • Ausschließlich negative Bewertungen bei Ihnen und möglicherweise anderen Unternehmen
  • Kein Profilbild, kein echter Name

Fehlender Kundenkontakt: Sie können die Personen in keiner Weise mit Ihrem Unternehmen in Verbindung bringen — kein Kauf, kein Termin, keine Anfrage.

Inhaltliche Auffälligkeiten: Ähnliche Formulierungen, identische Beschwerdepunkte oder offensichtlich konstruierte Szenarien, die so nie stattgefunden haben.

Schritt 1: Beweise sammeln

Bevor Sie handeln, dokumentieren Sie alles:

  • Screenshots der Bewertungen mit Datum und Uhrzeit
  • Screenshots der verdächtigen Profile
  • Exportierte Kundenlisten oder Buchungsdaten, die zeigen: Diese Personen waren nie bei Ihnen
  • Falls erkennbar: Hinweise auf den Wettbewerber (z. B. gleichzeitig erscheinende Positivbewertungen beim Konkurrenten)

Bewahren Sie diese Dokumentation sorgfältig auf — sie ist die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Schritt 2: Meldung bei Google

Melden Sie jede verdächtige Bewertung einzeln über Google Maps oder das Business Profile. Wichtig: Melden Sie nicht pauschal alle auf einmal mit derselben Begründung — das wirkt unglaubwürdig. Begründen Sie jede Meldung individuell.

Nutzen Sie die Kategorie „Interessenkonflikt" oder „Spam oder Fake", je nachdem was besser passt. Beschreiben Sie knapp und präzise, warum kein Kundenkontakt bestanden hat.

Bei koordinierten Angriffen empfiehlt sich zusätzlich der direkte Weg über den Google Business Profile Support — ein menschlicher Reviewer erkennt Muster besser als der Algorithmus. Weitere Details dazu im Artikel Fake-Bewertungen bei Google melden.

Schritt 3: Rechtliche Schritte prüfen

Wenn ein Wettbewerber nachweislich Fake-Bewertungen platziert, handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen das UWG (§ 4 Nr. 2 — gezielte Behinderung von Mitbewerbern) sowie möglicherweise um Verleumdung (§ 187 StGB) bei falschen Tatsachenbehauptungen.

Mögliche rechtliche Schritte:

Abmahnung: Wenn Sie den Wettbewerber identifizieren können, ist eine anwaltliche Abmahnung möglich. Das stoppt den Angriff oft schneller als Google-Meldungen.

Einstweilige Verfügung: Bei schwerem oder wiederholtem Verstoß kann ein Gericht die Bewertungen vorläufig entfernen lassen und weitere Handlungen untersagen.

Strafanzeige: Bei nachweisbarer Verleumdung ist eine Strafanzeige wegen übler Nachrede oder Verleumdung möglich.

Schritt 4: Google aktiv bei der Identifikation helfen

Google kann keine IP-Adressen herausgeben — aber Sie können selbst Muster aufdecken:

  • Vergleichen Sie die Aktivitätszeiten der verdächtigen Profile mit Öffnungszeiten des Wettbewerbers
  • Prüfen Sie, ob dieselben Profile gleichzeitig positive Bewertungen bei der Konkurrenz hinterlassen haben
  • Nutzen Sie öffentliche Profildaten (Fotos, Beiträge, Bewertungshistorie) um Verbindungen herzustellen

Je mehr konkrete Verbindungen Sie dokumentieren, desto stärker ist Ihre Position — gegenüber Google und vor Gericht.

Was wenn Google die Bewertungen nicht entfernt?

Google entfernt nicht automatisch alle gemeldeten Bewertungen, selbst bei offensichtlichem Missbrauch. Falls Ihre Meldungen abgelehnt werden, haben Sie diese Optionen:

  1. Einspruch einlegen mit erweiterter Dokumentation
  2. Professionellen Löschantrag mit rechtlich fundierter Begründung stellen
  3. Rechtlichen Weg beschreiten und Google per Anwalt zur Löschung auffordern

Fazit

Wettbewerber-Angriffe über Fake-Bewertungen sind ein ernstes Problem — aber kein unlösbares. Wer früh dokumentiert, strukturiert vorgeht und bei Bedarf rechtliche Mittel nutzt, hat gute Chancen, die Bewertungen entfernen zu lassen.

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